Kindesunterhalt - Berechnung

 

Zur Errechnung der Unterhaltsansprüche sind mehrere Kriterien maßgebend. Dies sind im wesentlichen:

  • Alter des Kindes
  • Bedarf des Kindes
  • Minderjährigkeit/Volljährigkeit des Kindes
  • Leistungsfähigkeit des Verpflichteten.


Der Anspruch minderjähriger Kinder errechnet sich anhand von den Gerichten entwickelten Grundsätzen. (Leitlinien der Oberlandesgerichte, in Berlin: des Kammergerichts) Die Höhe des monatlich an das Kind zu zahlenden Unterhaltes hängt ab vom Alter des Kindes und der Höhe des Einkommens des zur Unterhaltszahlung Verpflichteten.

Die einzelnen Oberlandesgerichte in Deutschland verwenden im Regelfall die Düsseldorfer Tabelle, aus der sich der monatliche Unterhalt ergibt.

Abzustellen ist auf das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen, im Regelfall das der letzten zwölf Monate. Es kommt grundsätzlich nicht darauf an, ob das Einkommen der vergangenen zwölf Monate auch in den zukünftigen zwölf Monaten zu erreichen sein wird, von Ausnahmefallen abgesehen. Das 13. Monatsgehalt wird zum Gehalt hinzugerechnet und durch zwölf Monate geteilt. Das Bruttoeinkommen des Verpflichteten ist zunächst zu mindern um Steuern und zu erhöhen um Steuererstattungen. Es erhöht sich weiter bei Arbeitnehmern um Spesen, Auslösungen u. ä., die meist nicht in voller Höhe, sondern etwa in Höhe von einem Drittel anzurechnen sind. Darüber sind sich die Gerichte jedoch uneinig. Es gilt keine einheitliche Verfahrensweise.

Weiter mindern sich die Einkommen um Kosten für Fachliteratur, Anschaffung und Reinigung von Berufskleidung, Gewerkschaftsbeiträge usw. Nicht dazu zählen jedoch beispielsweise der "feine Anzug" des unterhaltspflichtigen Rechtsanwaltes mit der Begründung, er müsse so angezogen sein, um Repräsentationspflichten zu erfüllen. Die Obergerichte sind sich zum Teil uneins, wie einzelne Positionen zu handhaben sind. Sofern der Unterhaltspflichtige noch zum Zeitpunkt der Trennung einen Kredit aufgenommen hat, so kann er ihn gegebenenfalls, soweit er angemessene Ratenzahlungen zu leisten hat, von seinem Einkommen zunächst abziehen. Auch gibt es Fälle, in denen sich das Einkommen des Unterhaltspflichtigen erhöht um den "Wohnvorteil", der dafür entsteht, dass er keine Miete zu zahlen hat, weil er z. B . im eigenen Haus wohnt. Der Wohnvorteil mindert sich jedoch um Beträge für einen Hauskredit. Auch andere Einkünfte (z. B. Vermögen) zählen zu dem Einkommen. Dies gilt auch für Mieten, Renten u.ä.. Sofern es sich um Einkommen eines Arbeitnehmers oder Beamten handelt, ist das Jahreseinkommen relativ einfach zu ermitteln.

Beim Selbständigen ist dies oft deutlich schwieriger. Daher wird von einem Selbständigen regelmäßig die Gesamtschau seines Einkommens in den letzten drei Jahren verlangt. Da häufig der Steuerbescheid für das zurückliegende Kalenderjahr noch nicht vorliegt und eine Steuererklärung für das laufende Kalenderjahr noch nicht fällig ist, hilft man sich mit betriebswirtschaftlichen Auswertungen oder Einnahme-Überschuss-Rechnungen für diesen Zeitraum. Wie bei den Arbeitnehmern gibt es auch bei den Selbständigen zahlreiche Ausnahmen und Besonderheiten. Darüber hinaus sind sich auch hier die Gerichte uneinig. Das heißt, was in Bayern gilt, muss nicht in Berlin gelten.

Sie sollten sich zur Klärung Ihres Einzelfalles beraten lassen. Meine Kanzlei bietet Ihnen diese individuelle Berechnung des Unterhalts gern an.